Suizidprävention wurde vom Bundesrat 2016 als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bezeich- net – leider aus gutem Grund. Erfahrungen, die seelischen Schmerz („mental pain“) auslösen, können zu einem akuten Stresszustand führen, in dem überlegtes Handeln nicht mehr möglich ist, so dass der akute suizidale Zustand für die Betroffenen kaum kontrollierbar wird. Jede solcher suizidalen Krise hinterlässt Spuren und der „Notfallplan Suizid“ wird auch noch Jahre später bei einer erneuten Krise sofort aktiviert.

Beziehungssituationen sind häufig Anlaß von Kränkungsverletzungen (gekränkt werden) und Gefühlen der Kränkungsschuld (eine Kränkung verursacht haben). Beides destabilisiert das Selbstwertgefühl. Das Erleben von Empörung, Zorn und Ohnmacht bzw. Gefühle der Enttäuschung über sich selbst bestimmen das Verhalten. Oft folgt ein Beziehungsabbruch.