Dieser Studientag orientiert sich an der praktischen Erfahrung mit dem personzentrierten und experienziellen, körperorientierten Ansatz. Anhand konkreter Praxisbeispiele möchten wir Interessierten einen Einblick in die praktische Arbeit bieten. Am Ausbildungsinstitut GFK ausgebildete Fachpersonen (Psychotherapie und Prozessbegleitung/Beratung) werden Fallgeschichten vorstellen und ihre Überlegungen und Vorgehensweise erörtern. Die Fallbespiele stammen aus verschiedenen Arbeitsfeldern (freie Praxis, Klinik, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen) Für die Teilnehmenden besteht Gelegenheit für Fragen und Supervision eigener Fallbeispiele.

Dieser Studientag nimmt den Einbezug des Körpers in der Psychotherapie bei Personen mit verschiedenen Störungsbildern auf, wie z.B. Angst, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen. Er gibt einen Einblick in ein Übungsrepertoire und es wird der Frage nachgegangen, auf welcher Grundlage die personzentrierten Angebote und Interventionen ausgewählt werden können. Des Weiteren wird vermittelt, worauf bei der Auswahl von Hausaufgaben/Übungen für die Klient*innen zu achten ist. Gerne können eigene Fälle eingebracht werden.   Dieser Kurstag ist für Studierende mit geplantem Psychotherapieabschluss der Weiterbildungsgruppe b19 verbindlich

Kinder erfüllen den Therapieraum mit ihrer individuellen, aber auch mit ihrer altersspezifischen körperlichen Präsenz und Art der Beziehungsgestaltung. Sie zeigen ihre Bewegungs- und Beziehungsbedürfnisse, Funktionslust, Impulse und Reaktionen körperlich meist unmittelbarer und weniger kontrolliert und gesteuert, als wir es uns von der Arbeit mit Erwachsenen gewöhnt sind. Das körperorientierte in Beziehung kommen, Spielen und das handelnde Erleben, Begreifen und Erfahren bieten sowohl im Umgang mit aktiven, beziehungsoffenen Kindern als auch mit ängstlichen, gehemmten, blockierten oder verweigernden Kindern und Jugendlichen Zugang und Chancen durch eine Fülle an Möglichkeiten und Ideen für die Gestaltung des Therapieprozesses.

An diesem Studientag soll Grundlagenwissen der Psychotraumatologie vermittelt werden. Es werden Formen von Traumafolgestörungen besprochen, deren diagnostische Einteilung diskutiert (PTBS, kPTBS) und die daraus entstehenden Implikationen für das Durchführen traumaspezifischer Interventionen erörtert. In diesem Kontext werden verschiedene traumaspezifische Therapieverfahren vorgestellt und deren Passung zu einer personzentriert-experienziellen Gestaltung des Therapieprozesses kritisch reflektiert.   Dieser Kurstag ist für Studierende mit geplantem Psychotherapieabschluss der Weiterbildungsgruppe b19 verbindlich

CNT (crucible neurobiological therapie) wurde von David Schnarch entwickelt und erweitert das Verständnis von zwischenmenschlichen Dynamiken auf beeindruckende Weise. Im 2 Tages-Seminar fokussieren wir uns auf die «dummen» Gefühle, die manchmal nach Gesprächen in uns auftauchen. Während wir im Focusing unsere Aufmerksamkeit diesem «felt sense» zuwenden und ihn explorieren, erproben wir hier ein anderes Werkzeug, um ihm auf die Spur zu kommen: den mentalen Dialog, eine häufig angewendete Methode des CNT. Nach einer Einführung und Diskussion zu den Grundlagen des CNT bearbeiten wir eigene Beispiele der Teilnehmenden. Voraussetzung für die Teilnahme sind Grundlagenkenntnisse des personzentrierten-experienziellen Ansatzes sowie erste Erfahrung in der Begleitung eines Focusingprozesses und die Bereitschaft, zwischen den 2 Studientagen am Thema weiter zu arbeiten, im Rahmen von 1-2 Stunden

Der Studientag vermittelt Anhaltspunkte zum Erstellen von klinischer Dokumentation und den diversen erforderlichen Berichten wie z.B. Ein- und Austrittsberichte, Verlaufseinträge, Berichte an die Krankenkassen und IV unter Einbezug von klinischem, personzentriertem und rechtlichem Blickwinkel. Anhand von Fallbeispielen werden exemplarisch Formulierungen erarbeitet. Bezüglich der Herausgabe von Informationen über behandelte Personen an Dritte werden ethische wie rechtliche Aspekte betrachtet.

Am Studientag möchte ich mit euch der Frage nachgehen, wie wir diese oft heiklen und trotzdem wichtigen Themen der Klienten und Klientinnen aufnehmen und bearbeiten können. Dazu müssen wir uns selber zutrauen, eine Sprache darin zu finden. Es erscheint mir hilfreich, die eigenen Mythen und Glaubenssätzen im Thema Sexualität zu kennen und zu hinterfragen. So können wir in uns die Grundlage schaffen, unseren Klienten darin offen, entspannt und empathisch zu begegnen.

Die Prozess-Philosophie hinter dem Focusing wird äusserst lebendig, wenn man sich ihr mit Übungen annähert. Dann bemerkt man verblüfft, dass philosophisches Denken das Erleben öffnen kann und das Erleben das philosophische Denken. Eugene Gendlins Umwelt-Begriffe stellen eine Basis her, um neu über die Möglichkeiten des verkörperten Fühlens nachzudenken. Der Körper ist nicht nur mit jeder Pore in Interaktionsprozessen mit der Umwelt eingelassen, er ist selbst eine Umwelt. Versteht man das besser, erlebt man auch mehr. Auf diese Weise kann die Philosophie hinter dem Focusing auch die Grenzen des Focusing öffnen. Der Umweltbezug, der dieser Philosophie tief eingeschrieben ist, macht die Praxis des Focusing in unserer Zeit brennend relevant.

Auf sichtbar gemachte Erfahrungen können Klient*in und Therapeut*in unmittelbar Bezug nehmen. Über andere Ausdrucksformen als Worte zu arbeiten, kann sehr personzentriert sein. An Symbolisierungs-Vielheiten entlang kann die Therapeut*in direkt spiegeln, was ihre Klient*in ausdrücken möchte. Innere Vorstellungsbilder müssen nicht erst in Sprache übersetzt werden. Die therapeutische Spürbefähigung kann ganz bei der noch werdenden Ausdrucksmodalität der Klient*in sein. Eine Ausrichtung am Felt Sense ist hier zentral, denn er wirkt in den Modalitäten-Wechsel hinein.