Selbstkränkung und Innerer Kritiker


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Nahezu jede Alltagssituation kann Anlass für eine Selbstkränkung sein. Selbstkränkungen wirken tiefer und nachhaltiger als Kränkungen durch Beziehungssituationen. Es gibt keinen Kränker, der durch typische Kränkungsreaktionen (Empörung, Zorn, Rachephantasien bzw. -handlungen) als Entlastung fungieren kann. Bei Selbstkränkungen wird das Selbstwertgefühl von innen her bedroht bzw. unterminiert: Selbstkritik und Selbstabwertung als Teilaspekte eines Inneren Kritikers attackieren das eigene lebendige Ich. Die Attacken können Unterschiedliches zum Inhalt haben, wirken jedoch immer gleich: Sie werden als abwertend, entmutigend, demoralisierend und als übermächtig erlebt. Hier melden sich verinnerlichte Stimmen bedeutender Anderer, die es auf ein bestimmtes Verhalten abgesehen haben. Daneben gibt es einen Inneren Kritiker, der ohne Stimme ist. Er zeigt sich als unerwarteter Energieverlust, als plötzliche Lähmung oder als Körpersymptom. Er wirkt diffus und soghaft: Das gesamte Lebensgefühl ist auf einmal verändert. Hier ist die Kränkung, als ganze Person „nicht richtig“ zu sein.

– Wie können wir in Dialog kommen mit dem, was Selbstkränkungen auslöst und am Laufen hält?

– Wie können wir verstehen lernen, was sich in einer Selbstkränkung eigentlich ausdrückt?

– Wie können wir Lebensimpulse, die durch eine Selbstkränkung geblockt werden, doch noch frei setzen?

Der Seminartag bietet Gelegenheit, verschiedene Varianten der Selbstkränkung kennenzulernen und sich mit dem personzentrierten Kränkungsverständnis vertraut zu machen. Die Erfahrung mit Kränkungen durch den eigenen Inneren Kritiker steht im Vordergrund. Mit Hilfe von klassischem Focusing und Focusing-in-Bewegung werden wir erkunden, wie wir ein entspannteres Verhältnis zu dem Teil in uns entwickeln können, der Selbstkritik und Selbstabwertung in Gang setzt. Wir nutzen unser eigenes, Erleben um zu schauen, wie wir Klient*innen darin unterstützen  können, Selbstkränkungen zu wandeln in bewusste Selbstverantwortung. Unser Körper in seinem lebendigen Ausdruck kommuniziert schon die Richtung, in die unsere Selbstverantwortung gehen möchte.

Leitung:

Friedgard Blob, Diplom Psychologin, Diplom Pädagogin
Zertifizierende Koordinatorin TIFI New York, Ausbilderin im Focusing Netzwerk FN, Gesprächspsychotherapeutin und Lehrberaterin GwG, Counselor für Existential and Experiential Well-Being Universität Leuven, Tübingen

Termin:
Samstag, 07. April 2018, 9.15-16.45    8 UE (6 Stunden)

Ort:
Praxisgemeinschaft Konradstr. 54, I. Stock, 8005 Zürich

Kosten:
CHF 180,-

Anmeldung:
Tel. 043 817 41 24 oder mail [at] gfk-institut [dot] ch

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