Personzentrierte Prozessbegleiterin und Beraterin GFK
Personzentrierter Prozessbegleiter und Berater GFK

Kurzdokumentation:


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Berufs- und Tätigkeitsbeschreibung
Die personzentrierte Prozessbegleitung, wie sie am Institut GFK vermittelt wird, enthält Anteile aus Psychotherapie, Beratung und Begleitung. Von einem rein verbalen Verfahren unterscheidet sie sich durch den stärkeren Einbezug der nonverbalen Kommunikation und durch die direkte Arbeit mit dem Körper. Auf der Basis des klientenzentrierten Ansatzes wird der körperliche Zugang zur Person mit dem sprachlichen Dialog verbunden.

Personzentrierte ProzessbegleiterInnen GFK arbeiten mit Einzelpersonen, Paaren und Gruppen. Ihre Arbeit wendet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Problemsituationen sowie in Veränderungs- und Aufbauprozessen. Coaching, Teamberatung und Supervision sind wichtige Anwendungsgebiete der personzentrierten Prozessbegleitung GFK.

Personzentrierte ProzessbegleiterInnen GFK helfen ihren Klienten/innen dabei, eine oft als einschränkend und problembeladen empfundene Lebenssituation so zu gestalten, dass sie als befriedigender erlebt wird.

Verfestigte und erstarrte, ständig wieder auftauchende Muster im Denken und Fühlen, im Erleben und Verhalten einer Person gilt es dabei schrittweise bewusst zu machen, so dass sie in der Folge allmählich aufgelöst oder korrigiert werden können. Auch in der Arbeit mit Paaren und Gruppen ist die Auseinandersetzung mit solch einschränkenden Mustern von grosser Bedeutung.

Ein zentrales Ziel der personzentrierten Prozessbegleitung ist die Erweiterung der Handlungs- und Wahlmöglichkeiten. Die durch die Arbeit in Gang gesetzte Entwicklung soll es einer Person ermöglichen, sich auf neue Art auf ihre Themen und auf ihre Umwelt zu beziehen. Sie entdeckt dabei die eigenen Ressourcen und beginnt, das ihr innewohnende Potential auszuschöpfen und ihre Verantwortung gegenüber sich selbst und ihrer Umwelt wahrzunehmen. Dies kann zu mehr Zufriedenheit und Vertrauen dem Leben gegenüber, zu einem stärkeren Gefühl des Lebendigseins und zu einem verbesserten Selbstbewusstsein beitragen.

Das gemeinsame Entwickeln vielfältigerer Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten ist auch in der Arbeit mit Paaren und Gruppen ein wichtiges Ziel personzentrierter ProzessbegleiterInnen.

Das Menschenbild in der personzentrierten Prozessbegleitung GFK beruht auf den Grundannahmen der Autonomie der Person und ihrer Fähigkeit zu Selbstorganisation, Selbstentfaltung, innerem Wachstum und Verbundenheit mit anderen. Einfühlendes Verstehen, Wertschätzung und Respekt vor der Integrität der Person sind daher für die Arbeit personzentrierter ProzessbegleiterInnen GFK von grosser Bedeutung. Aber auch einer Beziehung, die durch offene und transparente Kommunikation gekennzeichnet ist, wird grosse Wichtigkeit beigemessen.

Personzentrierte ProzessbegleiterInnen GFK begegnen ihren Klienten/innen nicht mit direktiven Anweisungen und vorgefassten Konzepten. Vielmehr geht es ihnen darum, im Dialog mit ihrem Gegenüber Lösungen zu finden und neue Perspektiven zu entwickeln. Distanz zu den aktuellen Problemen herstellen, zusammen Neues entdecken, Alternativen zum Bestehenden entwickeln und erproben, den Transfer in den Alltag wagen - dies ist die Arbeitshaltung in der personzentrierten Prozessbegleitung GFK.
Die Abkürzung "GFK" benennt die drei zentralen Arbeitsmodelle, welche in der personzentrierten Prozessbegleitung verwendet und miteinander verknüpft werden:
  • "G" bezeichnet die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie von Carl Rogers mit den in diesem Ansatz verwendeten Methoden der Gesprächsführung.
  • "F" steht für Focusing. Dieses Modell von Eugene Gendlin beschreibt den Wandlungsprozess, der in einer Person abläuft, wenn sie sich ihrem inneren Erleben zuwendet.
  • "K" benennt die von Wilhelm Reich ausgehende und seither laufend weiter entwickelte Tradition der Körperpsychotherapie mit ihren Methoden des körperlichen Zugangs zur Person.
In der personzentrierten Prozessbegleitung GFK wird versucht, den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen - also in seinem Sprechen, Denken, Fühlen, mit seinem Körper, in seinem Verhalten, aber auch in seinem sozialen Umfeld. Der sprachliche und der körperliche Dialog bereichern sich gegenseitig und führen zu vertieften Erkenntnissen und zu neuen Verbindungen zwischen Denken, Fühlen und Wahrnehmung.
Das wichtigste Arbeitsintrument der personzentrierten ProzessbegleiterInnen GFK ist aber die eigene Person und damit auch die eigene Wahrnehmung, das eigene Empfinden, die innere "Resonanz", die sich in der Beziehung zum Gegenüber einstellt.
Berufsanforderungen
Der Beruf der personzentrierten Prozessbegleiterin/des personzentrierten Prozessbegleiters GFK erfordert grosses Engagement und Interesse für andere Menschen. Psychische Belastbarkeit und die Fähigkeit, die eigene Person kritisch zu hinterfragen, sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf.
Voraussetzungen
BewerberInnen für eine Ausbildung in personzentrierter Prozessbegleitung GFK müssen mindestens 24 Jahre alt sein.
Sie sollten ihre Existenzsicherung vorläufig unabhängig von ihrer neuen Ausbildung betreiben können.
Für die Ausbildung wird die Berufstätigkeit in einem psychosozialen Arbeitsfeld vorausgesetzt (bzw. die Bereitschaft, eine solche Berufstätigkeit während der Ausbildung aufzunehmen).
Aufnahmeverfahren:
  • Aufnahmegespräch mit den AusbilderInnen
  • 2-tägiges Entscheidungsseminar zum Kennenlernen der Arbeitsmethode, der Ausbildungsgruppe und der AusbilderInnen
Ausbildung: Dauer 3 Jahre:
  • 15 Seminarblöche à 3 – 5 Tagen (510 Lektionen)
  • Möglichkeit alle angebotenen Halbtages und Tageskurse zu besuchen
  • Arbeit in regionalen Arbeitsgruppen
  • Lernbegleitung
  • Arbeit mit zwei ProbeklientInnen inkl. Supervision und Dokumentation
  • Beraterische Tätigkeit unter Supervision
  • Literaturstudium
  • Abschlussdiplom
Arbeits- und Berufsverhältnisse
Der Beruf wird sowohl selbstständig in freier Praxis als auch in festen Anstellungsverhältnissen in psychologischen und psychosozialen Arbeitsfeldern ausgeübt.
Die in der Ausbildung für personzentrierte Prozessbegleitung GFK erworbenen Kompetenzen werden u. a. in den folgenden Berufen und Berufsfeldern angewendet: im Erziehungs- und Bildungswesen, in Kliniken und Heimen, in Beratungs- und Therapiezentren, in der Berufsberatung und Erwachsenenbildung, in körperorientierten Berufen (z. B. Ergo- und Physiotherapie, Psychomotorik, Massage, Atemarbeit), in der Sozialpädagogik und in der Seelsorge.
Weiterbildung
  • Arbeit mit Gruppen
  • Psychosomatik
  • Dialogische Körperarbeit
  • Traumarbeit
  • Focusing
  • Dialogbegleitung
  • Weitere Angebote im Bulletin der Schweizerischen Gesellschaft für körper- und klientenzentrierte Theorie und Praxis SGfK
Verwandte Berufe
  • Prozessorientierte Beratung und Gesprächsführung PCA/SGGT
  • ErwachsenenbildnerIn
  • LerntherapeutIn
  • Atempädagogin
  • FeldenkraislehrerIn
Kontaktadressen
Ausbildungsinstitut GFK
Heinz Meier
Hagenbuchrain 13
8047 Zürich
Mail: gfk.kontakt@bluewin.ch
Homepage: www.gfk-institut.ch

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1998 erstellt von Sigrun Gürschner